Prinzip

Bei einem Innendämm-System (IDS) wird die Dämmung auf der Innenseite der Außenwand eines Gebäudes angebracht. Es besteht aus mehreren Komponenten, und ist je nach Anwendungsbereich und Hersteller unterschiedlich aufgebaut. Durch die Dämmebene erhöht sich der Wärmedurchlasswiderstand des gesamten Wandaufbaus. Energieverluste über die Außenwand werden deutlich reduziert.

Die Sanierung mit Hilfe von IDS verfolgt zwei Ziele:

  • Verbesserung der Energieeffizienz und des Nutzwertes von Immobilien bei denen eine Außendämmung nicht oder nur durch einen unangemessen hohen Aufwand möglich ist wie z.B. bei denkmalgeschützten oder stark gegliederte Fassaden, sehr dichter oder Grenz-Bebauung oder fehlender Dachvorsprung.
  • Verhinderung und Beseitigung von feuchtebedingten Schimmelschäden durch konstruktive und bauphysikalische Optimierung des Wandaufbaus.

 

Diese Abbildung zeigt beispielhaft den Grundaufbau eines Systems:



1 Außenwand

2 Dämmschicht

3 Befestigung

4 Schlussbeschichtung

Grundsätzlich muss der bauphysikalische Nachweis des Wandaufbaus bekannt bzw. berechnet sein. Unterschieden wird zwischen diffusionsbremsenden und diffusionsoffenen (kapillaraktiven) Systemen.

 

Diffusionsdichte und diffusionsgebremste Systeme

  • Prinzip diffusionsdicht: grundsätzliche Verhinderung des Eindringens von Feuchtigkeit von der Raumseite in den Dämmstoff mit Hilfe geeigneter Materialien und Konstruktionen. Hierzu wird raumseitig zur Dämmebene eine Schicht mit hohem Diffusionswiderstand aufgebracht – z.B. Dampfbremsfolie oder Beschichtungsstoffe mit vergleichbarer Wirkung.
  • Prinzip diffusionsgebremst: ähnlicher Aufbau wie diffusionsdicht – geringerer Diffusionswiderstand lässt jedoch einen Ausgleich zwischen unkritischen Feuchteeinträgen bei kühlen Außentemperaturen und Verdunstungen bei höheren Außentemperaturen zu.

Kapillaraktive und diffusionsoffene Systeme

 

 

  • Prinzip: kapillaraktiver Systemaufbau nimmt die Raumfeuchte auf (1), speichert sie im System zwischen und verteilt sie kapillar um (2+3). Bei veränderten Bedingungen wird diese Feuchte dann wieder an die Raumluft (bei gesunkener Raumluftfeuchte) oder über das kapillar angebundene Mauerwerk nach außen abgegeben (4). „Aufschaukeln“ des Feuchtegehalts wird so verhindert.

Der Begriff System macht deutlich, dass die verschiedenen Einzelkomponenten sorgfältig auf das Wirkprinzip der Innendämmung abgestimmt sind. Daher sind die Systemzusammenstellung und die Verarbeitungsrichtlinien des Systemanbieters unbedingt einzuhalten. Details zur Planung und Ausführung enthält die „Richtlinie zur Innendämmung von Außenwänden mit Innendämm-Systemen (IDS)“