Systembestandteile

Ein Innendämm-System setzt sich aus mehreren Einzelbestandteilen (Systemkomponenten) zusammen. Sie sind vom Systemanbieter speziell für die Anforderungen einer Innendämmung aufeinander abgestimmt, um eine dauerhafte Funktion zu gewährleisten. Ein Innendämm-System muss nicht notwendigerweise alle nachfolgend genannten Komponenten enthalten.

Dämmstoffe

Dämmstoffe bestimmen wesentlich die Funktion und die Eigenschaften eines IDS. Deren Auswahl muss stets unter Berücksichtigung der objektspezifischen Anforderungen und der Systemwahl erfolgen. Verwendet werden dürfen sowohl geregelte (genormte) als auch nicht geregelte Dämmstoffe. Die Anwendung genormter Dämmstoffe zum Wärmeschutz und zur Energieeinsparung in Gebäuden regelt die DIN 4108-10.

Nicht geregelte Dämmstoffe und konstruktive Baustoffe mit dämmenden Eigenschaften werden gemäß ihrer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ) bzw. ihrer europäischen Zulassung (ETA) verwendet werden.

Geregelte Dämmstoffe nach DIN 4108-10
(Kurzzeichen WI)

  • Mineralwolle (MW)
  • Polystyrol-Hartschaum (EPS)
  • Polystyrol-Extruderschaum (XPS)
  • Polyurethan-Hartschaum (PUR)
  • Schaumglas (CG)
  • Holzwolle-Platten (WW)
  • Holzwolle-Mehrschichtplatten (WW-C)
  • Expandiertes Perlite (EPB)
  • Expandierter Kork (ICB)
  • Holzfaser (WF)

Nicht geregelte Dämmstoffe mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) bzw. europäischer technischer Zulassung (ETA)

  • Mineraldammplatten
  • Perlite-Dammplatten
  • Vakuumisolationspanele
  • Zellulose
  • Calciumsilikatplatten
  • Pyrogene Kieselsaure/Aerogele
  • Dammputze

Je nach System kann der Dämmstoff in Verbundmaterialien integriert werden (wie z.B. Gipsplatten mit PUR- oder EPS-Schicht oder Bausteine mit Dämmstofffüllung) und/oder werkseitig mit Kaschierungen versehen sein.

Kleber

Bei Tragfähigkeit des vorhandenen Wandaufbaus werden die Dämmplatten mit systemspezifischen Klebern oder Klebemörteln am Untergrund befestigt. Größere Toleranzen des Untergrundes müssen vor dem Kleben durch geeigneten Ausgleichsputz egalisiert werden.

Eine möglichst vollflächige Verklebung der Dämmplatten und eine sorgfältige Verarbeitung verhindern die Wärmeströmung hinter das IDS. 

1 - Klebe- und Funktionsschicht

2 - Dämmung

3 - Grundierung

4 - Unterputz

5 - Armierungsgewebe

6 - innenraumseitige Endbeschichtung

Bei geklebten IDS wird die Dämmung direkt auf die Innenseite der Außenwand geklebt. Optional können die Dämmplatten zusätzlich verdübelt werden.

Hinterfüllungen

Eine Hinterfüllung dient der hygrischen Ankoppelung kapillaraktiver Innendämm-Systeme an die Bestandswand. Verwendet werden hierfür systemabhängig üblicherweise mineralische Putz- und Mauermörtel, schüttfähige Dämmstoffe oder Lehmprodukte gemäß Lehmbau-Regeln.

Mechanische Befestigungen

Bei mechanisch befestigten Systemen wird der Systemaufbau mit Dübeln und/oder Befestigungsschienen verankert. Ungerade Innenwände oder größere Unebenheiten können mit Hilfe von senkrecht an der Wand montierten Befestigungsschienen ausgeglichen werden.

1 - Befestigungsleiste, mit Schrauben oder Dübeln an bestehender Wandkonstruktion befestigt

2 - Dämmung

3 - Diffusionsdichte oder diffusionshemmende Schicht

4 - Grundierung

5 - Unterputz

6 - Armierungsgewebe

7 - innenraumseitige Endbeschichtung

Dampfbremsschichten und Luftdichtheitsmaterial

Sie erfüllen in Innendämm-Systemen die Funktion, Diffusion vom Innenraum in die Außenwand zu reduzieren oder zu verhindern sowie ein Hinterströmen der Dämmebene zu unterbinden

Raumseitiger Systemabschluss

Der raumseitige Systemabschluss bildet die Grundlage für die individuelle Gestaltung des Innenraums. Dazu steht eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien zur Verfügung. Putzoberflächen mit unterschiedlichen Farben und Strukturen oder farbenfrohe Anstriche unterstreichen das Wohlfühlklima innen gedämmter Räume nachdrücklich. Der gestalterischen Freiheit sind fast keine Grenzen gesetzt. Detaillierte Hinweise zu möglichen Schlussbeschichtungen finden Sie in der „Richtlinie für die Planung und Ausführung von IDS“

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